WAS IST EINE BAPTISTEN-GEMEINDE?  

 

Die Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden (EFG oder "Baptisten")
Ihre Wurzeln haben die Baptisten in kirchlichen Erneuerungsbewegungen in England. 1609 entstand die erste Gemeinde aus englischen Flüchtlingen in Amsterdam. Nach Deutschland wurde die Bewegung 1834 durch den Kaufmann J.G.Oncken getragen. Heute gibt es weltweit in über 100 Ländern Baptistengemeinden mit etwa 43 Millionen Gemeindegliedern. In Deutschland gibt es 87.000 Mitglieder in über 800 Gemeinden. Als größte Freikirche in Deutschland sind die Baptisten Mitglied in "Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen" und "Deutschen Evangelischen Allianz" und pflegen gute, freundschaftliche Kontakte zu fast allen Landes- und Freikirchen.

Die EFG Nordhausen
Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Nordhausen wurde 1909 gegründet. Sie trifft sich in der "Christuskirche", Grimmelallee 51, hat zur Zeit 99 Mitglieder. In der Woche gibt es zahlreiche Hauskreise, also kleine Gruppen, die sich in verschiedenen Wohnungen oder in der Kirche zum Austausch, gemeinsamen Singen und Bibel-Lesen treffen.

Kennzeichen der Baptisten
Weltweit werden sechs Punkte als Grundsätze der Baptisten-Gemeinden anerkannt:

  1. Die Bibel ist Gottes Wort, und daher alleinige Richtschnur für Glauben und Leben.
  2. Die Gemeinde als Gemeinschaft der "Gläubigen", die anderen vom eigenen Glauben erzählen.
  3. Die Taufe auf das Bekenntnis des Glaubens, wobei mit der Taufe meist auch die Zugehörigkeit zur Gemeinde verbunden ist.
  4. Das "allgemeine Priestertum" aller Gläubigen: da jeder Christ direkten Zugang zu Gott hat, kann sich jeder mit seinen Gaben einbringen. Daher gibt es keine Ämterhierarchie.
  5. Die Selbständigkeit der einzelnen Gemeinde vor Ort. Daher gibt es keinen mit besonderen Befugnissen ausgestatteten kirchlichen Überbau.
  6. Glaubens- und Gewissensfreiheit, daher Trennung von Kirche und Staat.

(aus: Jürgen Tibusek, Ein Glaube viele Kirchen. Die christlichen Religionsgemeinschaften - Wer sie sind und was sie glauben (Gießen: Brunnen, 1994), S.296.)

Die Baptisten sind von Beginn an eine Bibel- und Gemeinschafts-Bewegung: Im Mittelpunkt stehen die Beschäftigung mit der Bibel und die Beziehungen zu Gott und untereinander. Später wurde ihnen der Name "Baptisten" (Täufer) gegeben. Denn auch unter Repressionen hielten sie an der Form und Bedeutung der Taufe fest, die sie in der Bibel erkannten: Der Glaube geht der Taufe voraus. D.h. getauft wird nur derjenige, wer sich freiwillig und bewußt dafür entschieden hat, Jesus als Retter und Herrn seines Lebens anzunehmen.

Ein Glaube - viele Kirchen
So bunt und vielfältig wie das Leben - so sind auch die Christen zu Hause in zahlreichen unterschiedlichen Kirchen. Das Gute daran ist: Heute kann wirklich jeder eine Kirche finden, in der er eine Heimat hat. Das Schwierige daran ist: Bei so vielen Namen und Bezeichnungen ist es nicht immer ganz leicht, sich zu orientieren. Grundsätzlich kann man zwischen zwei Typen von Kirchen unterscheiden.

  1. Die Landeskirche (Staatskirche, Volkskirche). Dazu gehören alle, die auf Veranlassung der Eltern als Kinder getauft wurden und später nicht ihren Austritt erklärt haben. Man kann grob zwischen der evangelischen (protestantischen) und katholischen Kirche unterscheiden.
  2. Die Freikirchen. Kennzeichen dieser Kirchen ist die freie Entscheidung zur Mitgliedschaft. Eine Freikirche lehnt eine Verbindung mit dem Staat und damit auch das System der Kirchensteuer ab. Auch die Gemeinden der ersten Christen waren ihrem Wesen nach Freikirchen. Denn in ihnen fanden nur Menschen Aufnahme, die sich durch das Evangelium von Jesus Christus aus der Welt herausrufen und zur Gemeinde hinzufügen ließen.

Zwischen den Landeskirchen und den meisten Freikirchen gibt es ein Verhältnis gegenseitiger Achtung und Zusammenarbeit. Ausdruck dafür ist die Ökumene, die in Deutschland "Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen" (ACK) heißt und zur Zeit 21 Kirchen umfaßt. Daneben gibt es die "Deutsche Evangelische Allianz" (DEA) als lose Gemeinschaft vieler evangelischer Kirchen und Werke, denen Gebet und Evangelisation wichtig ist.
Weitere Informationen finden sie im Internet und  http://www.baptisten.org/